Marktstudie in der Generikaindustrie

Marktstudie

"Die Bedeutung der Generikaindustrie für die Gesundheitsversorgung in Deutschland" Die soziodemographische Entwicklung, die steigende Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Gesundheitsleistungen und der zunehmende Kostendruck stellen aktuelle Herausforderungen an das deutsche Gesundheitssystem dar. Dies erfordert Überlegungen zur Steigerung der Kosteneffizienz bei gleichzeitiger Erhaltung und Verbesserung der Qualität der Gesundheitsversorgung. Dabei steht vor allem die nachhaltige Sicherung der GKV-Einnahmen- und Ausgabensituation im Mittelpunkt. Arzneimittel bildeten in 2004 mit circa 24 Milliarden Euro (Apothekenverkaufspreise) den drittgrößten Einzelposten (15 Prozent) im GKV-Budget und nehmen einen entsprechend zentralen Bereich der Kostendiskussion ein. Der Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture hat vor diesem Hintergrund im Auftrag von „Pro Generika“ in Kooperation mit der Hochschule Ingolstadt eine Studie zur aktuellen Situation auf dem Arzneimittelmarkt mit dem Schwerpunkt „Bedeutung der Generikaindustrie für die Gesundheitsversorgung in Deutschland“ erstellt. Die wesentlichen Ergebnisse der Studie im Überblick

  • Die nach wie vor schwierige Kostensituation im deutschen Gesundheitssystem zwingt die Marktteilnehmer, kosteneffiziente und hochwertige Leistungen anzubieten.

  • Die Apotheken gaben im Jahr 2004 bei sieben von zehn generikafähigen Verordnungen Generika an die Patienten ab.

  • Damit war im Jahr 2004 etwa die Hälfte der Packungseinheiten im Apothekenmarkt Generika.

  • Durch Einsatz von Generika wurden in 2004 Einsparungen in Höhe von 2,8 Milliarden im GKV-Apothekenmarkt erzielt (Apothekenverkaufspreis).

  • Bei einem konsequenten Einsatz von Generika hätten sich im vergangenen Jahr Einsparungen von weiteren 1,1 Milliarden Euro bei den GKV-Ausgaben realisieren lassen (Apothekenverkaufspreis).

  • Der Herstellerabgabepreis der Generika sinkt in der Regel innerhalb weniger Monate auf etwa die Hälfte vom Durchschnittspreis des Originals unmittelbar vor dessen Patentablauf. Auch danach sinkt der durchschnittliche Generikapreis zumeist in kleinen Schritten weiter.

  • In den kommenden drei Jahren werden in Deutschland durch Patentablauf von Arzneimitteln mit einem Umsatz von ca. 1,5 Milliarden Euro in 2004 (Herstellerabgabepreise) weitere Einsparpotenziale entstehen.

  • Ein exemplarischer Vergleich zeigte für Generika in Deutschland im Vergleich zu Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien ein durchschnittliches Preisniveau.

  • Innovation wird in der pharmazeutischen Industrie vor allem als Wirkstoffinnovation der Originalhersteller verstanden. Generikahersteller leisten ihren Beitrag zur galenischen Innovation durch die Entwicklung neuer Dosierungen, Darreichungsformen und Applikationen.

  • Internationalisierung und Partnerschaften werden die Industrie verändern: Generikahersteller werden sich noch stärker international ausrichten und Originalhersteller werden verstärkt entweder strategische Partnerschaften mit Generikaunternehmen eingehen oder den Aufbau eigener Portfolios vorantreiben. Es ist eine gemeinsame Aufgabe für Original- und Generikahersteller, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der modernen Pharmakotherapie und der langfristigen Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens

Methodik der Studie
Die Ergebnisse der Studie basieren auf der Analyse von Primär- und Sekundärdaten sowie auf mehr als 40 Interviews mit Spitzenvertretern aus Industrie, Verbänden, Organisationen und der Politik.
 

Wenn Sie an weiteren Informationen zu dieser Studie interessiert sind, wenden Sie sich bitte per E-Mail an Prof. Dr. Andrea Raab.